06.05.2026 11:15

Befahrungsbericht – NATO Airbase Geilenkirchen, 19.03.2026

Das Zusammenwachsen der beiden Tagebaue Inden und Hambach, die verwaltungstechnisch inzwischen eine Einheit bilden, zeigt sich zunehmend auch in gemeinsamen Aktivitäten im RDB. Die Bezirksgruppen Tagebau Inden und Tagebau Hambach des Bezirksvereins Rheinische Braunkohle im RDB e.V. nutzten die Gelegenheit zu einer gemeinsamen Befahrung der NATO Airbase Geilenkirchen.

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Der Stützpunkt liegt unmittelbar an der deutsch niederländischen Grenze nahe der Stadt Geilenkirchen und ist Heimat der NATO Frühwarnflugzeuge vom Typ Boeing E 3A Sentry, besser bekannt als AWACS. Die E 3A Component ist der erste multinationale fliegende Verband der NATO und direkt dem Oberkommando der NATO unterstellt. Auf dem Flugplatz arbeiten rund 2.000 Beschäftigte aus 20 Nationen.

Dieser Verband bildet gewissermaßen eine eigene kleine Luftwaffe unter NATO Kommando, in der alle wesentlichen Funktionen vertreten sind – von fliegenden Besatzungen über Technik bis zur Einsatzführung. Auch die eingesetzten Fahrzeuge tragen spezielle NATO Kennzeichen, die sich von nationalen Militärkennzeichen unterscheiden. Ebenso international wie das Personal sind auch die Besatzungen der Flugzeuge zusammengesetzt.

Vor Ort erhielten wir eine ausführliche Darstellung der Flugzeugtechnik, die auf dem Boeing Modell 707 basiert. Dieses Verkehrsflugzeug aus den 1960er Jahren wurde für seine militärische Nutzung umfassend umgebaut und modernisiert. Innerhalb der NATO gibt es Planungen, die E 3A Flotte in den kommenden Jahren durch modernere Muster – etwa das schwedische System Saab Global Eye auf Basis der kanadischen Bombadier Global 6000/6500 – zu ersetzen; konkrete Pläne befinden sich jedoch noch in Abstimmung.

Die E 3A Maschinen können aus großer Flughöhe auch tieffliegende Flugziele erfassen, die von bodengebundenen Radarsystemen nur eingeschränkt erkannt werden. Neben aktiver Radarerfassung verfügen sie über passive Ortungssysteme, die ankommende Radarstrahlung unterschiedlicher Herkunft erfassen und unterscheiden können – etwa zivile Luftraumüberwachung, militärische Radaranlagen oder Signale von Kampfflugzeugen.

Ein weiteres Einsatzgebiet der NATO AWACS ist die Überwachung des See- und Luftraums im Rahmen von NATO Operationen. Dazu gehörten in der Vergangenheit auch Einsätze zur Unterstützung der Pirateriebekämpfung.

Die Besatzungen sind entlang der NATO Flanken im Einsatz – von Südosteuropa bis in den hohen Norden. Während unseres Besuchs befanden sich von den insgesamt 14 Flugzeugen des Verbandes lediglich zwei Maschinen am Stützpunkt, da sich die übrigen im Einsatz oder in der Wartung an anderen Standorten befanden.

Um lange Einsatzzeiten zu ermöglichen, können die Maschinen in der Luft betankt werden. Zudem kann die Zahl der Besatzungsmitglieder erhöht werden, um längere Flugzeiten durch Ablösung der Crews zu ermöglichen. Bei allen Einsatzarten dienen die AWACS Flugzeuge als fliegende Leitstände: Von hier aus werden beispielsweise Abfangjäger an erkannte, unbekannte Flugzeuge herangeführt und der Luftraum taktisch überwacht.

Im Rahmen einer ausführlichen Besichtigung eines Flugzeugs wurden wir sowohl durch einen Piloten als auch durch Techniker in die Arbeitsbedingungen an Bord eingewiesen. Auch die körperliche und mentale Belastung der Besatzungsmitglieder während langer Einsatzflüge wurde eingehend erläutert.

Nach rund drei Stunden verließen wir den Stützpunkt mit vielen neuen Eindrücken und Erkenntnissen. Sicher ist: Die dort eingesetzten Soldatinnen und Soldaten sowie zahlreiche zivile Beschäftigte leisten einen wichtigen Beitrag dazu, dass wir ein Stück sicherer leben können. Unser ausdrücklicher Dank gilt dem deutschen Stützpunkt Commander, der uns diese Besichtigung ermöglicht hat.

Auf dem Stützpunkt gilt ein strenges Fotografierverbot, das konsequent kontrolliert wird. Zuwiderhandlungen können zur Beschlagnahmung des Fotoapparates führen. Daher können wir hier lediglich ein Gruppenfoto sowie ein freigegebenes Bild zeigen.

Gernot Wolf