31. Hambach Barbarafeier "Zurück in die Zukunft"
Auch zur 31. Barbarafeier zeigte sich die "Mannschaft" der Bezirksgruppe Hambach, im Ring Deutscher Bergingenieure gut vorbereitet, als sie am 10. Dezember 2010 wieder in das Gasthaus Wamig - Weber in Ellen zur traditionellen Barbarafeier einlud.
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Zum zweiten Mal gab es zur Einstimmung vor der Festmesse eine musikalische Darbietung durch die Bläsergruppe der evangelischen Kirchengemeinde Jülich.
Zum Glühwein versammelten sich schon viele Gäste vor der Kirche, bevor die Barbarafeier mit der gemeinsamen Festmesse eröffnet wurde.
Die Liturgie - auch das hat Tradition - wurde maßgeblich vom Blockflötenspielkreis "Horrem Sindorf" und dem "Hambachchor" gestaltet.
Im Anschluss an die Festmesse wurde der obligatorische Bergmannsschnaps gereicht. In einer kleinen Bergparade zogen dann Alle gemeinsam - umrahmt von Fackelträgern - in den Festsaal ein.
Rund 170 Bergkameradinnen, Bergkameraden, Gäste und Ehrengäste waren der Einladung gefolgt. Für die musikalische Unterhaltung an diesem Abend sorgte die Combo der RWE Power AG unter Leitung von Dieter Graaf und der Hambachchor.
Da unser Chorleiter Stefan Witt krankheitsbedingt in diesem Jahr nicht anwesend sein konnte, wurde er würdig durch unser Chormitglied Björn Zollinger vertreten.
An dieser Stelle, nochmals vielen Dank Björn.

Begrüßung durch den Vorsitzenden der BG Hambach, Willi Stock Foto: Lensmen
In seiner Begrüßungsrede konnte unser Vorsitzender, Willi Stock, unseren Personalvorstand Erwin Winkel, den Spartenleiter Dr. Gärtner sowie unseren heutigen Tagebauchef Hans-Joachim Bertrams sowie alle Abteilungsleiter begrüßen.Frau Sieburg, Bürgermeisterin der Stadt Kerpen, Vertreter der Kraftwerke, Pastor Trautner, Frau De Toja und Herr Heller vom Hambacher Gesundheitszentrum wurden ebenfalls herzlich begrüßt.Des Weiteren wurde der Vorsitzende des BV Rheinische Braunkohle, Albert Dingler und unsere RDB-Kameraden Frank Schroeckh, Henning Möbius aus dem Lausitzer Braunkohlerevier sowie Rayk Bauer und Harald Meier vom BV Mitteldeutsche Braunkohle von allen Anwesenden begrüßt.

Grußworte der Betriebsleitung - Hans-Joachim Bertrams, Leiter Tagebau Hambach Foto: Lensmen
Grußworte der Betriebsleitung, Hans-Joachim Bertrams, Leiter Tagebau Hambach. Nach einer musikalischen Einlage blickte Herr Bertrams in seinem Grußwort der Betriebs-leitung auf das vergangene Jahr zurück. Traditioneller Höhepunkt der Hambacher Barbarafeier ist es, verdiente RDB-Kameraden auszuzeichnen.

Jubilarehrung 2010 Foto: Lensmen
In diesem Jahr wurden die RDB Kameraden Heinz-Peter Cremer, Hans-Theo Froitzheim, Werner Guder, Frank Jaskowiak, Manfred Klever, Hans-Willi Schiemann, Reinhard Schmidt, Reiner Schütze, Edgar Selbach, Willi Stock, Ralf Weiße und Erwin Winkel für 35 jährige Arbeit im Bergbau durch (unser Gründungsmitglied) Horst Mitzkat, mit dem Ehrenhäckel des Rings Deutscher Bergingenieure (RDB) ausgezeichnet. Nahtlos ging es zum lockeren Thementeil der diesjährigen Barbarafeier über.

"Power Dino", mittlerweile Tradition ! Foto: Lensmen
Nach einem Jahr Abstinenz konnte und wollte unser Spartenleiter noch einmal auf die Hambacher Bühne. Zum Leitthema "Zurück in die Zukunft" wollte auch er Stellung nehmen. Als bekennendes Mitglied der Generation "Irgendwo muss Knete her" erklärte er uns wie es nach einem BACHELOR - Studium weitergehen könnte. Für ihn und seiner Generation gäbe es im Grunde nur zwei Möglichkeiten nach dem BACHELOR ins Leben zu starten: Die erste Möglichkeit ist, man wird direkt Unternehmensberater. Ganz viele BACHELOR-Absolventen gehen sofort in eine Unternehmensberatung. Eine paradoxe Situation. Man hat ein Studium hinter sich, hatte überhaupt keine Zeit, irgendein Unternehmen mal richtig kennen zu lernen - aber kaum ist das Studium herum, soll man das Unternehmen auch schon beraten!

"Power Dino", mittlerweile Tradition ! Foto: Lensmen
Die zweite Möglichkeit ist: Man macht was SINNVOLLES, aber darauf hat das Studium nicht wirklich vorbereitet und das ist heute auch nicht Thema der Barbarafeier. Herr Dr. Gärtner, vielen Dank - und hoffentlich bis zum nächsten Jahr, wir Hambacher freuen uns. Teamgeist war gefragt, wie im richtigen (Tagebau)leben. Zum Thema "Zurück in die Zukunft", wurde durch die Abteilungen unter der Regie von Ralf Hempel, Abteilungsleiter Stab, ein sehr schönes Rollenspiel vorgetragen.

Rollenspiel 2010 Foto:Lensmen
An dieser Stelle nochmals an alle Akteuren (Werner Guder, Hans-Joachim Perleberg, Bernd Houben, Ralph-Markus Maier, Ralf Hempel und Dr. Bertram Wutzler) ein herzliches Dankeschön. Tradition, schön dass wir sie (er)leben! Zum Ende des offiziellen Teils der Barbarafeier wurde zu den Klängen der Combo der RWE Power AG und mit der stimmkräftigen Unterstützung aller Besucher das Steigerlied gesungen. Tagebauleiter Hans-Joachim Bertrams ließ es sich zum Schluss nicht nehmen, Dankesworte an alle Beteiligten, aber auch an die Organisatoren und Helfer auf und hinter der Bühne zu richten. Natürlich wurde auch in diesem Jahr noch bis in die frühen Morgenstunden zünftig weiter gefeiert.
Mehrtägige Fahrt mit Partner, die Zweite
In den frühen Morgenstunden des 12.05.2010 machten sich rund 20 RDB Kameraden mit ihren Partnerinnen auf die Reise nach Deutschlands Mitte. Ziel war die schöne Wartburgstadt Eisenach, im Freistaat Thüringen.
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Eisenach, bekannt durch die über der Stadt gelegenen Wartburg, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört und im Mittelalter Sitz der Landgrafen von Thüringen war. Hier übersetzte Martin Luther das Neue Testament vom Griechischen ins Deutsche. Zudem wurde der Komponist Johann Sebastian Bach 1685 in Eisenach geboren.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts setzte in Eisenach die Industrialisierung ein. So wurde 1896 das Automobilwerk Eisenach gegründet, das ab 1928 zu BMW gehörte und später den Wartburg baute. Die Tradition des Automobilbaus wurde nach der Wiedervereinigung durch die Adam Opel AG fortgeführt.
Quartier für unseren Aufenthalt war das bekannte und renommierte Hotel Kaiserhof. Das Hotel befindet sich im historischen Stadtzentrum Eisenachs, direkt am Nicolaitor. Hier erlebte unsere Gruppe das Flair eines Hotels mit über 100-jähriger Tradition.
Der erste gemeinsame Programmpunkt
Erlebnisführung - Mit Mönch Heinrich auf turbulenter Reise und mit einem "geschwätzig Weib" in Luthers "lieber Stadt"
Anno 1521. Vor den Toren der Stadt Eisenach geriet ein Pilger -Mönch Heinrich- in ein fürchterliches Gewitter und wurde vom Blitz getroffen. Ein Wunder geschah - Minuten, Stunden, Tage und Jahrhunderte zogen im Traum an ihm vorüber und Mönch Heinrich erwachte in unseren Tagen. Überwältigt fügte er sich in die neue Zeit und erzählte spannende Geschichten, Sagen und Legenden - von Rittern und Sängern, Heiligen, Mönchen und Musikanten.
Johanna , die Magd im Hause Cotta, erzählte uns kurzweilig über fromme Magister und gelehrige Lateinschüler, Pfaffen, Mönch und Nönnlein, aufrührerische Bauernhaufen, die neuen Lehren des Dr. Martinus Luther und manch' seltsame Sitte zu "Isenach" im Jahre des Herrn 1525.Beide übermittelten unserer Gruppe alle wichtigen Daten rund um die schöne Stadt. Kurzweil war angesagt.Am Abend trafen wir uns dann alle im hoteleigenen Restaurant "Der Zwinger" zum gemeinsamen Abendessen. An der Hotelbar ließen dann noch viele den ersten, schönen Tag unserer Reise ausklingen.
Der zweite Tag
Erlebnistour
Neben dem Einblick in ein modernes Bergbauunternehmen gab es Wissenswertes über die Geschichte, die Entwicklung und die Tradition des Kalibergbaus zu erfahren. Darüber hinaus überraschte uns unser Begleiter mit Attraktionen, die weltweit einzigartig sind.
Wir traten eine spannende Reise bis in 800 Meter Teufe an. Es erwarteten uns Stationen voller Spannung, der hallenartige Großbunker mit dem größten untertägigen Schaufelradbagger der Welt, die erst 1981 entdeckte Kristallgrotte, ein einzigartiges Naturwunder, mit Salzkristallen bis zu einem Meter Kantenlänge und das "Museum zum Anfassen".
Mit unserem Begleiter folgten wir den Spuren von General Eisenhower und schauten im "Goldraum" vorbei. Dort lagerten bei Kriegsende die gesamten Gold- und Devisenbestände der Reichsbank und Kunstwerke von unschätzbarem Wert.
Im Anschluss ging es zurück nach Eisenach. Dort hatten die Organisatoren für unsere Gruppe eine Führung auf der Wartburg gebucht. Begleitet machten wir uns auf einem Rundgang durch das Hauptgebäude der mittelalterlichen Burg, den Palas. Er wurde zwischen 1155 und 1180 erbaut und gehört zu den besterhaltenen Profanbauten der Spätromanik diesseits der Alpen und ganz sicher zu den schönsten. Wehrhaftigkeit nach außen hin, offene Arkadengänge nach der Hofseite, ursprünglich etwa 200 Säulen mit meisterhaften Kapitellen und reicher bauplastischer Schmuck entsprachen dem landesherrschaftlichen Anspruch, Macht und Stellung im Reich zu zeigen.
Alle Daten und Ereignisse an dieser Stelle aufzuzeigen, würde den Rahmen eines Reiseberichtes sprengen. Weitere Informationen finden sie unter: Wartburg
Ein gemeinsames Räubergelage im Gewölbekeller des Augustiner Bräu beendete unseren zweiten Tag.
Der dritte Tag
Gerwin und Henriette
Von Eisenach aus machten wir uns auf den Weg, um einen weiteren Einblick in die deutsche Geschichte zu bekommen. Das Kyffhäuserdenkmal - inmitten des Kyffhäusergebirges gelegen fasziniert das sagenumwobene Wahrzeichen der Region immer wieder.
Von der im 11. Jahrhundert errichteten Reichsburg Kyffhausen, einer der größten und stärksten mittelalterlichen Burganlagen Deutschlands mit 600 m Länge und 60 m Breite, sind noch heute sehenswerte Reste, vor allem die Ruinen der Unterburg erhalten.
Ganz besonders beeindruckend jedoch war das imposante, 81 m hohe Kyffhäuser-Denkmal (1890-1896) mit dem Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm I. und der in Stein gehauenen Barbarossafigur.
Glück muss man haben! Unser Führer, der sich als Ritter Gerwin von Kyffhausen vorstellte und auch entsprechend gekleidet war, erheiterte uns sehr durch seine originelle Redeweise und die Art seiner Erzählungen über das Geschlecht der Staufer.
Noch mit Barbarossa im Herzen konnten Thüringer Bratwürste genossen werden und schon wurden wir weiter nach Nordhausen chauffiert. Dort erwartete uns "Henriette" die letzte Besichtigung dieser Tour. Roggenecht: Henriette steht für die berühmten, traditionsreichen Kornspezialitäten von Echter Nordhäuser.
Getreu dem Motto: Roggenecht - so muss ein Korn schmecken.
Bei einer Führung durch die Traditionsbrennerei, die mit einer anschließenden Verköstigung endete, wurden wir in die Brennkunst eingewiesen.
Bevor es dann am Samstag wieder Richtung Heimat gehen sollte, genoss der größte Teil unserer Gruppe das gemeinsame Abendessen im Hotel. Anschließend saßen wir noch bis spät in die Nacht zusammen, um die Erlebnisse noch einmal zu geniessen.
Ein Dank gilt den Organisatoren der gesamten Tour, sowie unserem Busfahrer. Er hat uns zu jeder Zeit sicher und pünktlich chauffiert.