Heilige Barbara für Bürgermeister Heuser
Auf der 40. Barbarafeier der Bezirksgruppe Hambach am 06. Dezember 2019, dem höchsten Fest der Bergleute in allen deutschen Revieren, ehrte Tagebauleiter Thomas Körber den Niederzierer Bürgermeister Hermann Heuser.
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Mit den Worten „Wir haben höchsten Respekt vor ihren erbrachten Leistungen und bedanken uns für ihre Unterstützung“ würdigte Körber das große Engagement von Herrn Heuser sowie seine Solidarität mit den Bergleuten auch und besonders in schwierigen Zeiten. In einer kurzen Ansprache stellte er die guten nachbarschaftliche Beziehungen zwischen der Gemeinde Niederzier und dem Tagebau Hambach heraus. Eindrucksvoller Beleg hierfür sind die vielen gemeinsam realisierten sehr erfolgreichen Projekte auf dem Gemeindegebiet und der Rekultivierung.
„Ein besonderer Dank gilt auch dem Tagebau Hambach, wo sich Betriebsleitung und Mitarbeiter für ihr nachbarschaftliches Engagement öffentlich Bekennen und ein Interesse an der Weiterentwicklung der Gemeinde Niederzier – gerade in diesesn schwierigen Zeiten – zeigen“, fasste der Bürgermeister nach der Übergabe zusammen.
Mit einem herzlichen Glückauf und stellvertretend für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Tagebaus überreichte Thomas Körber (rechts) eine Ehren-Barbara an Bürgermeister Hermann Heuser (links). Die Heilige Barbara ist die Schutzpatronin der Bergleute.
40 Jahre – die Jubiläums-Barbarafeier
Stimmungsvoller Einstieg in die Jubiläumsbarbarafeier
Seit nunmehr 40 Jahren feiern wir im vom Ring Deutscher Bergingenieure e.V. gemeinsam mit der Betriebsleitung des Tagebaus im Tagebau Hambach das Fest der Hl. Barbara. Auch in diesem Jahr hatte die "Mannschaft" der Bezirksgruppe Hambach, im Ring Deutscher Bergingenieure am 06. Dezember wieder in das Lokal Wamig - Weber in Ellen zur traditionellen Barbarafeier eingeladen.
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Schon traditionell spielte Bruno Stracke & Band ab 16.30 Uhr auf dem Vorplatz der Kirche St. Thomas von Canterbury bergmännische und adventliche Musik, zu der Glühwein gereicht wurde.
Anschließend wurde eine ökumenische Festmesse gehalten, deren Liturgie - auch das hat Tradition - maßgeblich vom „Hambachchor“ gestaltet wurde.
Nach der Festmesse zogen alle Gäste unter stimmungsvoller Beleuchtung durch Fackelträger der Freiwilligen Feuerwehr Niederzier, Löschgruppe Ellen, unter der musikalischen Begleitung der Ellbachklänge aus Niederzier in den festlich geschmückten Saal ein.
Kleine Hambacher Bergparade
Mit dem traditionellen gemeinsamen „Hambacher-Barbaraessen“ haben rund 170 Bergkameradinnen, Bergkameraden, Gäste und Ehrengäste die diesjährige Barbarafeier eröffnet. Es gab „Grünkohl mit Mettwurst“. Die heilige Barbara hat eine große Bedeutung im Bergbau. „Es sind die Besonderheiten die Tradition und das Erbe des Bergbaus, die wir weiter tragen wollen“, fasste Dipl.- Ing. Wilhelm Stock, Vorsitzender der BG Hambach, in seiner Begrüßungsrede zusammen.
Ganz besonders wurden unsere RDB-Kameraden Robert Hanspach und Marco Drechsel aus dem Lausitzer Braunkohlerevier und Dr. Stephan Uhlemann und Rayk Bauer aus dem Mitteldeutschen Braunkohlerevier von allen Anwesenden begrüßt.
Nach einer musikalischen Einlage blickte Thomas Körber, Leiter Tagebau auf das vergangene Jahr zurück. Sein Grußwort hatte die Überschrift: „Alles kommt vom Bergwerk her“. „Bergwerke sind nicht nur der Quell unseres Wohlstandes und tragende Säule unserer Gesellschaft, sie haben auch vielfältige kulturelle Impulse gesetzt. Auch die Barbarafeiern gehören dazu und sind in keinem Bergwerk wegzudenken. Hier werden Traditionen und die vielgepriesene Gemeinschaft der Bergleute gepflegt, hier wird gemeinsam gefeiert, gesungen und gelacht, in guten wie auch in schlechten Zeiten. Die gilt auch für unser Hambacher Bergwerk, seit nunmehr 40 Jahren“, resümierte Thomas Körber.
Ein mittlerweile traditioneller Höhepunkt der Hambacher Barbarafeier ist es, verdiente RDB-Kameraden auszuzeichnen. In diesem Jahr wurden unsere RDB Kameraden Matthias Hartung, Dirk Bachmann, Gunter Busch, Ralph Ewinger, Dirk Gaastra, Gerd Stock und Frank Topp für ihre 35 jährige Arbeit im Bergbau durch den Leiter des Tagebaus Hambach mit dem Ehrenhäckel des Rings Deutscher Bergingenieure (RDB) ausgezeichnet.
Nachdem von allen Teilnehmern das Hambach Lied gesungen wurde, begann der muntere Thementeil. Dieser Stand in diesem Jahr unter dem Lei(d)tthema „Freitags für unsere Zukunft“.
Gruppendynamik
Die Abteilungen des Tagebaus Hambach, vertreten durch die Herren Dr. Jens König, Frank Pachurka, Walter Krudewig, Britta Schiedlauske, Bernd Houben, Steffen Ballmann, Markus Maier, Sven-Christoph Kaub und Malte Friederich und vielen kleinen Helfern im Hintergrund gaben uns einen lustigen Einblick in den Unterrichtsverlauf einer ländlichen Gesamtschule. Zum Abschluß sangen sie, gemeinsam mit allen Gästen, ihr Lied; „Wir fördern Kohle“.
Wir fördern Kohle – gemeinsames Abschlußlied der Abteilungen
Auch hier ergeht der Dank des Veranstalters an alle Abteilungen des Tagebaus Hambach, die trotz enger Termine, massivem Zeitaufwand für Aktivisten und Tagebaugegner die Zeit gefunden haben, Tradition aufrecht zu erhalten.
Kurzer Zwischenfall
Ein vermummter Aktivist aus dem Tagebauvorfeld verschaffte sich Zugang zu unserem Festsaal. Vorbeigeschlichen am Sicherheitspersonal wurde er von beherzt eingreifenden Gästen gestellt. Nach einer kurzen Diskussion entschied sich der Veranstalter – unter strengen Sicherheitsauflagen – dem Aktivisten ein kurzes Rederecht zu geben. Er gab aus seiner Sicht Einblicke in das Leben im Wald und erläuterte seine durchaus konträre Meinung zum Vermummungsverbot. Doch schnell stellte es sich heraus, dass es sich hier um einen Sketch unseres Vorsitzenden handelte.

Verwandlungskünster Willi Stock
Bevor zu den Klängen von Bruno Stracke & Band sowie mit der Unterstützung aller Besucher das Steigerlied gesungen wurde, gab es noch das zweite Jubiläum gebührend zu würdigen. Dies wurde von Wolfgang Engels übernommen. (Auszug aus seiner Laudatio)
Liebe Festgäste,
war das nicht ein schöner besinnlicher Chorgesang. Als ich die erste Hambacher Barbarafeier erleben durfte, war es dieser Chor, der mir lebendige Traditionen zeigte und mich zum begeisterten Bergmann machte. Jede Barbarafeier hat ihre eigenen „Touch“ wie man heute sagt, aber gerade die Hambacher Barbarafeier ist von ihrem Chor geprägt, für mich immer ein „Gänsehauterlebnis“
Liebe Freundinnen und Freunde der hl. Barbara.
Nun sitze ich nach vielen Jahren mal wieder hier und darf den Chor zu einem etwas anderen Höhepunkt unserer diesjährigen Barbarafeier erklären. Traditionell ehren wir Bergleute durch die Barbarafeier unsere Schutzheilige und pflegen unsere Bergmannsbräuche. Aber heute feiern wir 40! In Zahlen 4 x 10 Jahre Hambach – Chor.
Liebe Festgäste – dies ist schon mal ein riesen Applaus wert.
Zwar lebt der Künstler vom Applaus, aber manchmal sollte ab und an auch mal ein kleines, anerkennendes Geschenk drin sein? Da habe ich dann überlegt und recherchiert. 40 Jahre Sangeskunst, 40 Jahre Bereicherung hier in Hambach, in Gottesdiensten, auf wohltätigen Veranstaltungen etc. 40 Jahre lang – unser bergmännisches Schlusslied. Und genau dieses Lied hat mir geholfen, ein passendes Geschenk zu finden. Wie ist das jetzt mit diesem Lied? –
Meine sehr verehrten Festgäste, das Lied für den Höhepunkt einer jeden bergmännischen Veranstaltung – natürlich das Steigerlied, das wir gleich noch gemeinsam singen werden. Und was ist mit diesem einen Satz? Der Satz, den kaum jemand ausserhalb des Bergbaus versteht – Ja – der da heißt – denn sie tragen das Leder vor dem Arsch bei der Nacht. Liebe Aktive des Hambach – Chors, Gratulation zum 40-zigsten. Unser aller Geschenk und vor allem unser aller Anerkennung für die letzten 40 Jahre – ein besonderes Arschleder für jeden von euch.
Unterstütztung vom Spartenleiter Dr. Stephan Strunk
Bei vielen guten Gesprächen und dem einen oder anderen Getränk ging ein toller Abend zu Ende.
Ein Prosit auf die Hambacher-Wiesn
Da sage noch einer, die Bergleute gehen zum Feiern immer in den Bergbaustollen. Am Sonntag, den 06.10.2019 zumindest war das nicht der Fall. Da feierten über 100 RDB Kameradinnen und Kameraden auf der Hambacher Wiesn ein Oktoberfest, das stimmungsmäßig dem Original kaum nachstand.
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Wetterbedingt wurde aus der 3. Hambacher Wies’n die erste Hambacher Hüttengaudi. Die Hütte war voll, voller geht es eigentlich kaum noch. Es wurde geschunkelt und gelacht. Auf den Bierbänken konnte auch mit gut gemeintem „Aufrutschen“ niemand mehr sitzen, aber das machte nichts. Jüngere machten Platz für Ältere und standen in netter Runde um Stehtische.
Um 11.00 Uhr eröffnete Dipl.-Ing. Wilhelm Stock, Vorsitzender der RDB Bezirksgruppe Hambach das diesjährige Oktoberfest.
Wie authentisch die Hambacher alljährlich den Oktober begrüßen, bestätigen auch Hiltrud und Jürgen Szalbach:
„Hier ist es einfach gemütlich und die Stimmung ist jedes Jahr aufs Neue prima. Man trifft sich mit anderen RDB‘lern und hat jede Menge Spaß“.
Unsere Festwirte Walter und Rudi Weber vom Gatshaus Wamig-Weber in Niederzier (die ein einmaliges bayrisches Oktoberfestbuffet zauberten) fanden:
„dass Feste wie die Hambacher Barbarafeier oder hier das Oktoberfest den Zusammenhalt der Bergleute und damit ein harmonisches Miteinander gerade in diesen schwierigen Zeiten fördern“.
Dann erklommen die Hauptakteure des großen Fests ,das Duo „Mi Hätz“, die Bühne, erstmals in der Hambacher Hütten. Sie sorgten für den Siedepunkt der Stimmung auf dem diesjährigen Oktoberfest.
„Wir können nur bestätigen: Von der Schmiede zum Oktoberfest. Happy Party pur mit dem Top-Duo aus Niederzier. „Mi Hätz“, traditionell karnevalistisch, lustig, mit „Dampf und Hätz“,
fasste Willi Stock zusammen.
Besucher mit passender bayerischer Kleidung vom Dirndl bis zur Lederhose wurden durch eine Jury beobachtet und prämiert. Der Preis für das schönste Dirndl ging an Daniela Schröder. Die knackigste Lederhose wurde von unserem Kameraden Mark Wiedietz getragen.
Gegen 18.00 Uhr endete ein tolles und stimmungsvolles Familienfest, nachdem mit „Mi Hätz“ noch einige Lieder im kleinen Kreis der „Kläävbotze“ angestimmt wurden.
Sommer, Sonne, Bergparade ...
… und das Netzwerk RDB
Schon zum dritten Mal machten sich Klaus-Jürgen Becker und Klaudia Becker gemeinsam mit Wolfgang Engels am Donnerstag, 27.06.2019 auf den Weg, um das 34. Bergstadtfest in Freiberg / Sachsen zu besuchen. Im Reisegepäck durfte natürlich der Bergkittel nicht fehlen. Denn der Höhepunkt des Festwochenedes war die „aktive“ Teilnahme an der diesjährigen Bergparade. Rund 800 Teilnehmer zelebrierten bei strahlendem Sonnenschein in ihren historischen Uniformen Bergbautradition.
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Bei über 30 Grad im Schatten begann die Berg- und Hüttenparade traditionell mit einem Berggottesdienst im Freiberger Dom St. Marien. Danach setzte sich der Festzug in Bewegung – mit Verstärkung aus dem Rheinischen Revier. „Bei der Bergparade mit zu marschieren ist jedes Jahr etwas ganz Besonderes. Die Traditionen leben wieder auf und man spürt die tiefe Verbundenheit untereinander und mit der Region“, erzählt Wolfgang Engels. Der Ring Deutscher Bergingenieure (RDB) wurde in diesem Jahr durch die Kameraden aus der Lausitz vertreten.
„Viel Applaus von den Zuschauern bekamen die Kameraden des ‚BV Lausitzer Braunkohle. Das zeigte eindrucksvoll, wie tief die Braunkohle und die Kolleginnen und Kollegen vor Ort in der Region verwurzelt sind. Nächstes Jahr sind wir auf jeden Fall wieder dabei!“,
so Klaus-Jürgen Becker.
Zahlreiche Zuschauer verfolgten an der Strecke den eindrucksvollen Festzug, der sich anschließend, angeführt von den Mitgliedern der Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft und dem Bergmusikkorps Saxonia, zur „Bergmännischen Aufwartung“ auf dem Obermarkt aufstellte. Nach der Aufstellung aller Teilnehmer nahmen Oberbürgermeister Sven Krüger, Oberberghauptmann Prof. Bernhard Cramer und die erste Silberstadt-Königin Julia die Parade ab. Eines durfte abschließend natürlich nicht fehlen: Das Singen des Steigerliedes und dem kühl erfrischendem Bergbier.
Ein besonderer Dank geht an den Kameraden Gerald Unger (Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe Brandenburg) der in diesem Jahr die Organisation übernommen hatte und uns aus dem Rheinland die Teilnahme ermöglichte.
Sehen Sie hier einen Video-Beitrag vom mittelsächsischen Regionalsender Kanal9:
Mittelalter, Eurofighter und Autopolitur
Fachexkursion der RDB – Bezirksgruppe Hambach vom 22.05.19 – 25.05.19
Neuburg an der Donau
Am Mittwoch den 10.05.19 pünktlich gegen 06:00 startete die diesjährige Fachexkursion der Bezirksgruppe Tagebau Hambach mit dem Ziel „ Neuburg an der Donau“ in Bayern.
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Nach einer staufreien Fahrt erreichten wir gegen Nachmittag unser Sporthotel in Neuburg – Rodenhof. Dort wurden wir schon durch unseren Kameraden „Ulrich Mocka“ mit einer hiesigen flüssigen Spezialität erwartet.
Im Anschluß begaben wir uns auf eine Stadtführung durch das an der Donau gelegene Städtchen – Neuburg, besser bekannt als prächtiges Erbe einer glänzenden Geschichte. Die Stadt Neuburg mit rund 30.000 Einwohnern liegt eingebettet zwischen sanften Jurahöhen und dem Donaumoos als größtem Niedermoor Süddeutschlands.
Aus der bewegten Geschichte sind prächtige Bauwerke geblieben. Das über alles hervorragende Residenzschloss mit seinen unterschiedlichen Flügeln, Sälen und der Schlosskapelle. Pfalzgraf Wolfgang ließ 1560 – 1569 durch den niederländischen Meister Hans Schroer die Dekoration der Hoffassade mit biblischen Szenen in Sgraffito – Technik ausführen, diese ist Weltweit fast einzigartig.
Ein herausragendes Denkmal der Reformation ist die 1543 von Hans Bocksberger mit einem lutherischen Bildprogramm ausgemalte Schlosskapelle, der früheste protestantische Kirchenraum überhaupt. Der Karlsplatz, den einst Theodor Heuss als einen der schönsten Plätze der Republik bezeichnete, die Provinzialbibliothek, Oberes Tor und Stadtfestigung, vieles ist bis heute fast unversehrt erhalten.
So sehr das moderne Neuburg gewachsen ist, so unverfälscht lebt die historische in sich geschlossene „ Obere Stadt“ auf dem Höhenrücken über der Donau weiter. Auf ihren Plätzen, Strassen und Gassen lässt sich Geschichte erspüren und erleben.
Aufgrund der sehr lebhaft und informativ geführten Tour, konnten wir sehr viele Eindrücke unterschiedlichster Art für uns mitnehmen. Aus Sicht aller Beteiligten war die Stadtführung durch Neuburg ein sehr gelungener Auftakt der Exkursion. Während des gemeinsamen Abendessens gab es bereits einen regen Austausch über das noch vor uns liegende Programm.
Begonnen wurde der zweite Tag mit der Besichtigung des „Taktischen Luftwaffengeschwaders 74“.
Von November 1973 bis März 2005 trug das Jagdgeschwader den Beinamen „Mölders“, benannt nach seinem zweiten Kommodore „Oberstleutnant Werner Mölders“.
Somit war und ist es eines der Traditionsgeschwader der Luftwaffe der Bunderwehr.
Begleitet wurden wir auf dem Luftwaffenstützpunkt durch den uns bereits bekannten „Hauptmann“ Ulrich Mocka, diesmal standesgemäß in Uniform. Durch seinen sehr informativen Vortrag wurde uns die Luftfahrtgeschichte des Geschwaders und des Flughafens erläutert.
Von der ersten Landung eines „Euler Doppeldeckers“ 1912, über die Deutsche Versuchsanstalt für Luftfahrt, weiter als Umschulungsflughafen 1944 auf das erste Flugzeug mit Düsenstrahltriebwerk – Me 262, bis hin zum Frühjahr 1945 wo der Flughafen bei 6 Großangriffen mit 1500 Tonnen Bombenlast schwer beschädigt wurde.
Die gesamte Geschichte über die Eurofightervorgänger „F 104 Starfighter“ und „F 4 Phantom“ wurde uns sehr anschaulich nahe gebracht.
Heute untersteht das „Taktische Luftwaffengeschwader 74“ der NATO und überwacht rund um die Uhr den Luftraum über Deutschland. Das Luftwaffengeschwader 74 stellt hierzu zwei Jagdflugzeuge mit Piloten und Techniker an 365 Tagen im Jahr bereit. Diese Alarmrotte oder im Militärjargon „Quick Reaction Alert“ - QRA muss spätestens 15 min nach ihrer Alarmierung in der Luft sein.
Ausgerüstet ist die Flugstaffel mit dem Eurofighter Typhoon, ein mehrrollenfähiges Kampfflugzeug das von Deutschland, Italien, Spanien und Großbritannien in Gemeinschaftsproduktion entwickelt und gebaut wird. Durch seine Fähigkeit zur vernetzten Operationsführung ist er in einem engen Verbund sowohl mit den eigenen Luft, Land und Seestreitkräften einsetzbar.
2017 fiel der Startschuss für den Aufbau der neuen „Militärgeschichtlichen Sammlung“ des Neuburger Geschwaders. Ein kleines Team engagierter Soldaten machten sich daran, eine ausgediente Halle zu renovieren und über 2000 Ausstellungsstücken eine neue Heimat zu geben.
Anfang 2018 konnte dann die Ausstellung im Rahmen des traditionellen Neujahrsempfangs durch den damaligen Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Karl Müller eröffnet werden.
Bei einem Rundgang durch die 2200 m² große Ausstellungshalle wurde uns durch „Hauptmann Ulrich Mocka“ die Luftfahrtgeschichte sehr nahe gebracht. Zahlreiche Exponate des 2 Weltkrieges, wie die ausgegraben Teile einer Messerschmitt Me 262, ließen die Herzen der Teilnehmer höher schlagen. Einen absoluten Höhepunkt für viele war das Probesitzen im Cockpit einer „F 4 Phantom“.
Zu unserer großen Überraschung konnten wir in der Instandhaltungshalle den Eurofighter live bewundern. Bei einem kurzen Rundgang wurden uns viele Eigenschaften des Kampfflugzeuges erklärt. Abgerundet wurde der Besuch des „Taktischen Luftwaffengeschwaders 74“ mit einem gemeinsamen Mittagessen in der Kantine des Luftwaffenstützpunktes.
Unser besonderer Dank gilt Herrn „Hauptmann Ulrich Mocka“ der uns in großer Verbundenheit mit seinem Luftwaffengeschwader einen unvergesslichen Besuch bereitet hat.
Am Nachmittag erwartete uns ein Besuch der „Hoffmann Mineral GmbH“. Die Hoffmann Mineral GmbH ist ein mittelständiges Bergbauunternehmen aus Neuburg an der Donau, sie ist das einzige bestehende Unternehmen welches „Neuburger Kieselerde“ abbaut. Neuburger Kieselerde lagerte sich vor bereits 95 Millionen Jahren als Sediment in einer damaligen Meeresbucht ab und blieb in den Vertiefungen erhalten.
Das Unternehmen wurde 1903 gegründet und beschäftigt rund 150 Mitarbeiter. Pro Jahr verkauft Hoffmann Mineral etwa 55.000 Tonnen des aufbereiteten Minerals.
Dafür müssen rund 150.000 Tonnen der rohen Kieselerde gewonnen werden. Neuburger Kieselerde wird vorwiegend als Füllstoff in Elastomeren, Farbe, Lacken sowie Poliermittel „Sonax“ verwendet.
Begleitet wurden wir durch den Tagebau „Riedesheim 1 + Riedesheim 3“ durch eine Geologin der Hoffman Mineral, sie konnte uns die bestehenden Tagebaue ausführlich erklären. Das aus den Tagebauen gewonnene Material ist so nicht direkt verwendbar, sondern muss im Werk in Neuburg in einem aufwendigen Verfahren von Steinen und gröberen Sandanteilen getrennt und anschließend wieder getrocknet werden.
Etwa 25 – 40 % sind somit als Endprodukt verwertbar, diese werden über Vertriebspartner in mehr als 100 Länder verkauft. Neben dem Hauptmarkt Deutschland wo ca. 50 % der Kieselerde verkauft werden, sind Asien und Nordamerika wichtige Märkte. Wie im Rheinland, wird hier höchster Wert auf die möglichst beste Wiedernutzbarmachung der Tagebaue als Rekultivierungsgebiet gelegt.
Im weiteren Verlauf des Tages hatten wir bei einer Führung die Möglichkeit, auf dem Betriebsgelände der Unternehmensgruppe Hoffmann, die Aufbereitung der gewonnen Kieselerde von der Roherdeanlage, über Trennanlage, Mischanlage, Trockneranlage, weiter über Veredlung bis zum Abpacken und Einlagern beizuwohnen.
Hier schließt sich dann der Kreis zur „SONAX – GmbH“. Aus der Geschichte der Firma Hoffmann entwickelte sich 1950 die Firma „SONAX“. Die Chemiker des Unternehmens entwickelten zunächst ein Silberputzmittel, von der später die uns allen bekannte Auto Politur abgeleitet wurde.
SONAX ist mittlerweile Marktführer in Deutschland sowie Österreich und erwirtschaftete mit rund 400 Mitarbeitern ca. 103 Millionen Euro – Zahlen aus 2016.
SONAX – Produkte werden in Rund 100 Ländern vertrieben, die Produktpalette umfasst zahlreiche Lackpflegeprodukte, Produkte für die manuelle Innen und Außenreinigung von Fahrzeugen sowie Autopflegeprodukte für den Wintervertrieb. Weiterhin werden Spezialprodukte für Industrie und Werkstätten, sowie Waschanlagen produziert.
Bei einer Führung durch die kompletten Betriebsanlagen, konnten wir Technik auf höchstem Niveau erleben. Von der Herstellung der eigenen Plastikflasche über Etikett, Befüllung und Verpackung bis zum Versand war alles dabei. Vielen wird die Firma SONAX aber auch durch das langjährige Engagement als Partner vieler Formel 1 Spitzenteams bekannt sein.
Hervorzuheben ist hier Ferrari mit dem 7 maligen Weltmeister „Michael Schumacher“.
Damit neigte sich ein Tag dem Ende entgegen,der über den Eurofighter, Tagebau und Kieselerde bis zur Autopolitur ein großes Spektrum zu bieten hatte.
An unserem dritten Tag der Exkursion, mussten wir aufgrund des extremen Hochwassers des Donau unser geplantes Programm bezüglich einer Donauschifffahrt abändern.
Nun führte uns die Fahrt zur „Bier und Kunst beim Kuchlbauer“ in Abensberg,hier präsentiert sich die Welt des Bieres auf ungewöhnliche Weise.
Der „Kuchlbauer Turm“ ist das Wahrzeichen dieser Brauerei. Es ist ein Architekturprojekt des weltbekannten Künstlers „Friedensreich Hundertwasser“, einem der erfolgreichsten Maler des 20. Jahrhunderts.
Der ursprüngliche im Jahre 1999 von Hundertwasser für Leonard Salleck dem Eigentümer der Brauerei erdachte Entwurf für einen 70 m hohen Turm, konnte in dieser Form nicht realisiert werden. Er diente nach Hundertwassers Tod als Inspiration für seinen langjährigen Freund und Mitarbeiter Peter Pelikan und dessen eigenständige Bearbeitung und Neuplanung des Projektes von 2007 – 2010.
Angenehme runde Formen, tanzende Fenster, unebene Böden und organische Linien, Zwiebeltürme und Baummieter – das sind die typischen Elemente von Hundertwassers menschengerechterem Bauen im Einklang mit der Natur. Weltweit einzigartig ist der Kuchlbauer Turm zudem innen und außen eine Hommage an das bayrische Bier.
Auf einer 90 minütigen Führung durch die gesamte Brauerei konnten wir den Kunstkeller sowie den Kuchlbauer Turm auf eigene Faust erkunden und einen großartigen Blick über Abensberg genießen.
Der Turmkeller präsentiert sich in herrlicher Farben und Formenvielfalt und beherbergt zudem die weltweit größte Weißbiergläsersammlung einer Brauerei.
Nach der Beendigung der Führung hatten wir noch Zeit im eigenen Biergarten verschiedene Weißbierspezialitäten zu genießen.
Gegen Spätnachmittag erreichten wir wieder unser Hotel, einige nutzten die Zeit um sich nochmals die Altstadt in Neuburg anzusehen, oder im Hoteleigenen Biergarten zu verweilen.
An unserem Abschlußabend würdigte unser Vorsitzender „Dipl.-Ing. Wilhelm Stock“ die hervorragende Betreuung unserer Bezirksgruppe durch das „Ehepaar Mocka“ mit einigen Präsenten aus dem Rheinland. Abgerundet wurde das ganze natürlich durch das „Bergmannslied“.
Samstags ging es dann planmäßig zurück in Richtung Rheinland mit einer Vielzahl neuer Eindrücke und Erlebten.
Ein besonderer Dank gilt unseren Organisatoren Wolfgang Engels undKlaus Jürgen Becker.
Durch eine sorgfältige Auswahl der Besichtigungsorte ist es ihnen gelungen technische, gesellschaftpolitische, umwelt und wirtschaftspolitische Themen anzubieten.
Von STEIGER zu STEIGER - Das Netzwerk RDB
Fachexkursion der RDB – Bezirksgruppe Hambach vom 14.03.19 – 17.03.19
Cottbus – Jänschwalde – Findlingspark Nochten – Energiefabrik Knappenrode
Am Donnerstag den 14.03.19 pünktlich gegen 06:00 starteten wir zur ersten privat organisierten Fachexkursion der Bezirksgruppe Tagebau Hambach mit dem Ziel Cottbus in der Lausitz.
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Die Lausitz im Süden von Brandenburg und Nordosten von Sachsen ist das zweitgrößte Braunkohlenrevier Deutschlands. Im Tagebaubetrieb wird Braunkohle subventionsfrei gefördert und in nahe gelegenen Kraftwerken sicher, effizient und umweltschonend in elektrische Energie umgewandelt.
Nach einer relativ staufreien Fahrt erreichten wir unser Hotel, dass Radisson Blu in Cottbus. Bei einem anschließenden Stadtrundgang konnten wir einen ersten Einblick über die Stadt Cottbus gewinnen.
Vorbei am Spremberger Turm, Stadtmuseum und Kunstmuseum Dieselkraftwerk war der historische Marktplatz das letzte Ziel unserer Tour.
Während des gemeinsamen Abendessens begann bereits ein reger Austausch über das gewesene und noch vor uns liegende Programm.
Hier lernten wir auch die Kollegen der LEAG – Astrid und Peter Hobracht kennen. Im Laufe des Abends bot sich für uns „Neulinge“ die Gelegenheit, unseren Wissensdurst zu stillen. Astrid, Öfentlichkeitsarbeit, Tagebau Jänschwalde und ihr Mann Peter, Leiter Maschinentechnik, Tagebau Jänschwalde konnten nicht nur alle unsere Fragen beantworten – sie machten uns auch „Neugierig“ auf die anstehende Befahrung.
Der Tagebau – Jänschwalde befindet sich in Brandenburg, ca. 15 km nordöstlich der Stadt Cottbus.
Der Startschuss für die energiewirtschaftliche Entwicklung der Cottbuser Region fiel in den 70 er Jahren. Aufschluss des Tagebaues – Jänschwalde war 1974, zwei Jahre später konnte bereits die erste Braunkohle geliefert werden.
Parallel dazu begannen der Bau des Kraftwerks Jänschwalde sowie die Erschließung des Tagebaues Cottbus – Nord der bereits 2015 ausgekohlt wurde.
Nach einer sehr kompakten und informativen Einführung im Besucherzentrum des Tagebaues Jänschwalde durch Frau Astrid Hobracht, konnten wir vieles über Standort und Übersicht des Tagebaues, das eigentliche Freilegen der Braunkohle und die Landschaft nach dem Bergbau erfahren.
Das Hauptgewinnungsgerät, mit dem die Braunkohle in den Lausitzer Tagebauen freigelegt wird, ist die Abraumförderbrücke vom Typ F 60.
Der Geräteverband besteht im Tagebau Jänschwalde aus drei leistungsstarken Eimerkettenbaggern, die in einem Arbeitsgang Abraum mit einer Mächtigkeit von mehr als 60 m gewinnen.
Die Förderbrücke selbst besteht aus einer 600 m langen imposanten Brückenkonstruktion.
Sie transportiert das gewonnene Bodenmaterial auf dem kürzesten Weg direkt über die Kohlegrube und stellt auf der bereits ausgekohlten Seite des Tagebaues direkt wieder die Kippe her.
Der gesamte Komplex einer F 60 wiegt mehr als 30.000 Tonnen und gehört damit zu den größten mobilen Technikanlagen der Welt. Auf einer mehr als drei Kilometern langen Gleisstrosse bewegt sich die F 60 mit etwa acht Metern pro Minute vorwärts, der Abbaufortschritt beträgt über 500 m im Jahr.
Bemerkenswert bei der Begehung war auch das noch immer orginale Typenschild aus der ehemaligen DDR – VEB – Schwermaschinenbau / Lauchhammerwerk – Bau Nr.41 – Baujahr 1978.
Aus jetziger Sicht werden die genehmigten Rohstoffvorräte im Tagebau - Jänschwalde 2023 erschöpft sein.
Ein großes „Danke schön“ gilt dem Leiter des Tagebaus Jänschwalde, Herrn Dietmar Junker. Er ermöglichte es, dass Astrid und Peter Hobracht uns den ganzen Tag zur Verfügung standen.
Beide konnten uns mit ihrem ausgeprägten Fachwissen alle bergbaulichen und technischen Fragen beantworten, zudem ließen sie die „ Alten Zeiten“ vor der Wende für uns alle noch einmal aufleben.
Zum Abschluß dieser sehr gelungenen Begehung der F 60 konnten wir eine abschließende Fahrt durch die bereits rekultivieren Bereiche des Tagebaues genießen.
Als wichtiges Ergebnis steht fest „Das Wohlergehen der Menschen, die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie und das Funktionieren der Gesellschaft insgesamt hängen von sicherer, nachhaltiger und erschwinglicher Energie ab“.
Weitere Exkursionspunkte waren der Lausitzer Findlingspark und Industriemuseum Knappenrode. Sie wurden schon von der Hambacher Bezirksgruppe im Juni 2018 befahren. Einen Bericht dazu können Sie in der bergbau 8 Ausgabe August 2018 nachlesen.
Zum Ausklang eines sehr gelungenen Tages konnten wir im Brau und Bistro am Altmarkt von Cottbus ein frisch gezapftes „ Hausbrau Zwickelbier“ geniessen.
Samstags ging es dann planmäßig in Richtung Rheinland zurück, mit einer Vielzahl neuer Eindrücke und Erlebten.
Ein besonderer Dank an dieser Stelle gilt unseren Organisatoren Wolfgang Engels sowie Klaus Becker, die in eindrucksvoller Weise für uns fünf Neulinge ihr Netzwerk voll und ganz aktiviert haben.
Durch eine sorgfältige Auswahl der Besichtigungsorte ist es gelungen Technik, Geschichte und Kultur zu verbinden.
In all den Zeiten von Strukturwandel, Braunkohlenkommission und vielen anderen Diskussionen um das Thema Braunkohle, ist das wichtigste was oft vergessen wird, unser Thema der Exkursion.
Von „ Steiger zu Steiger“ oder besser von „ Mensch zu Mensch“.