Mammutbäume von der Sophienhöhe für den Findlingspark Nochten
Chefgärtnerin Simone Dietrich, Geschäftsführer Klaus Tschöke (r.) und Tagebauleiter Lutz Mickel (2.v.l.) sehen zu, ob Wolfgang Engels, Wilhelm Stock und Klaus Becker von RWE das mit dem Angießen richtig machen.
FOTO: Arlt Martina (Lausitzer Rundschau)
Der Lausitzer Findlingspark Nochten ist ein etwa 20 Hektar großer Landschaftsgarten südwestlich von Weißwasser in der Oberlausitz auf der Rekultivierungsfläche des Braunkohletagebaues Nochten.
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Der Park überzieht als weitläufige, vielfarbige, mit markanten Gehölzen durchsetzte hügelige Gartenanlage als Bergbaufolgelandschaft. Über 6000 von den Gletschern der Eiszeit aus Nordeuropa in die Lausitz verfrachtete, aus dem Abraum des regionalen Bergbaues gewonnene Findlinge, wurden hier verbaut. Wenn Sie in der Lausitz sind, ein einmaliges Erlebnis für die ganze Familie (www.findlingspark-nochten.de).
Im Frühjahr 2018 waren Bergleute des Rings Deutscher Bergingenieure (RDB e.V) aus dem Tagebau Hambach im Rheinischen Revier im Findlingspark Nochten zu Besuch. Da kam die Idee, doch Mammutbäume von der Sophienhöhe aus dem Rheinischen Revier im Findlingspark zu pflanzen.
Am 03.11.2018 fand diese Pflanzaktion unter der Beteiligung von Kameraden des RDB, der Tagebauleitung Reichwalde und der Presse statt.

Ein Zitat aus der Rede zur Pflanzaktion:
„Diese Mammutbäume, von deren fossilen Vorfahren unsere Gesellschaft heute noch abhängt, werden aber in hundert Jahren noch hier stehen, ihre „Eltern“ auf der Sophienhöhe am Tagebau Hambach einen einzigartigen Wald gebildet haben.
Dort im Rheinischen Revier wie auch hier in Nochten wird nichts mehr an den Bergbau erinnern, der diese Region geformt und über Jahrhunderte den Energie- und Rohstoffhunger prosperierender Gesellschaften gestillt hat.
Uns Menschen hat die Geschichte dann hinweg geweht, diese Bäume tragen dann aber noch ein Stück unserer Ideen, Traditionen und gelebter Verantwortung für die Nachwelt in sich.“
Vollständige Rede zur Pflanzaktion „Mammutbäume für den Findlingspark Nochten“, 03.11.2018
Es gilt das gesprochene Wort.
Glückauf, liebe Freunde und Unterstützer eines Kleinods der Bergbaufolgelandschaft
Wir waren im Frühjahr als Bergleute des Rings Deutscher Bergingenieure (RDB e.V) aus dem Tagebau Hambach im Rheinischen Revier hier im Findlingspark Nochten. Die Idee dieses Parks und die herrliche Umsetzung haben uns begeistert und zu Fans des Findlingsparks gemacht. Spontan kam Wolfgang Engels auf die Idee, doch Mammutbäume aus unserem Revier; von unserer wunderbar rekultivierten Sophienhöhe; hier im Findlingspark zu pflanzen. Diese Bäume sind bereits Nachkommen der seit ungefähr 30 Jahren im „Mammutwald“ angepflanzten Bäume, die dort einen kleinen Urwald aus der Zeit vor 10-20 Mio Jahren nachbilden.
Nun sind wir wieder hier.Sie haben sicherlich die aktuellen Diskussionen um den Tagebau Hambach, die Gewalt von Aktivisten, den Rodungsstop vor Augen. Mit unserer Pflanzaktion gilt es aber, eine andere Dimension aufzuzeigen.
Bergbau besteht seit Jahrtausenden, Rohstoffe und Energie haben unsere Entwicklung zur modernen, offenen und demokratischen Gesellschaft erst ermöglicht. Mit der Energie, die aus dem fossilen Erbe der Erdgeschichte verfügbar wurde, endete das Mittelalter. Kohle stoppte das Abholzen der Wälder, das Abschlachten der Wale als Tranlieferant, ließ Maschinen die Knechtschaft der körperlichen Arbeit ersetzen. Die steigende Produktivität der Maschinen erlaubte Umweltschutz, der heute in Deutschland Weltmaßstäbe setzt. Die Bergbaufolgelandschaften, die seitdem entstanden sind, haben einen hohen ökologischen und auch ökonomischen Wert. Produktivität durch preiswerte und zuverlässige Energie erlaubte die Entwicklung eines beispielhaften Sozialsystems, das seinesgleichen sucht.
Nie wurden Menschen auf der Basis sicherer Energieversorgung so alt wie heute, nie hungerten absolut so wenig Menschen auf unserer Erde, trotz bald 8 Milliarden Weltbevölkerung.
Als wohl einziger Industriezweig in Deutschland erfüllt unsere Braunkohlenindustrie heute schon alle Anforderungen an den Klimaschutzplan der Regierung, 2050 wird kein CO²-Molekül mehr ein deutsches Braunkohlenkraftwerk verlassen. Dann werden Bergleute in der Energiebranche endgültig Geschichte sein.
Und doch gibt es bisher noch kein Konzept, wie dann der Energiehunger der Republik gestillt werden kann, es gibt keinen Masterplan Energiewende!
Aktuell wird durch die Strukturwandelkommission sogar ein noch früherer Ausstiegstermin diskutiert, ohne die „Lieferverpflichtungen“ anderer Branchen für den Klimaschutzplan einzufordern. Die Verlässlichkeit politischer und rechtlicher Zusagen als Basis für Investitionen und einer planbaren Zukunft für die Menschen in den Bergbauregionen und der Industrie in Deutschland wird damit generell in Frage gestellt.
Diese Mammutbäume, von deren Vorfahren heute unsere Gesellschaft noch abhängt, werden aber in hundert Jahren noch hier stehen, ihre „Eltern“ auf der Sophienhöhe am Tagebau Hambach einen einzigartigen Wald gebildet haben. Dort im Rheinischen Revier wie auch hier in Nochten wird nichts mehr an den Bergbau erinnern, der diese Region geformt und über Jahrhunderte den Energie- und Rohstoffhunger prosperierender Gesellschaften gestillt hat.
Uns Menschen hat die Geschichte dann hinweg geweht, diese Bäume tragen dann aber noch ein Stück unserer Ideen, Traditionen und gelebter Verantwortung für die Nachwelt in sich.
Glückauf
Teilnehmer: Wolfgang Engels, Klaus Becker, Wilhelm Stock, aktive Bergleute der RWE Power AG
Pressestimmen: Artikel der Lausitzer Rundschau
Fahrt mit Partner vom 13.06. – 16.06.2018 nach Cottbus
Cottbus, niedersorbisch Chóśebuz, mit knapp über 100.000 Einwohnern, liegt zwischen Berlin und Dresden ganz am östlichen Rande Deutschlands. Sie ist mit seiner sorbisch-wendischen Minderheit die größte zweisprachige Stadt Deutschlands.
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Am Mittwoch, den 13.06.18 um 05:30 Uhr, begann die Reise mit unserem Vorsitzenden Wilhelm Stock und weiteren 42 TeilnehmerInnen ins brandenburgische Cottbus. Nach einer elfstündigen Busfahrt in guter entspannter Atmosphäre kamen wir im Radisson Blu Hotel in Cottbus an. Um 19:00 Uhr trafen wir uns mit allen TeilnehmerInnen zum gemeinsamen Abendessen.
Am zweiten Tag, nach dem gemeinsamen Frühstück, machten wir uns auf den Weg Richtung Tagebau Jänschwalde. Dort wurden wir von der RDB Kameradin Astrid Hobracht herzlich in Empfang genommen. Nach einem ausführlichen Vortrag zum Tagebau Jänschwalde besichtigten wir im Tagebau die Grube (Kohlesohle), den Förderbrückenbetrieb, sowie die Rekultivierung.
Der Tagebau Jänschwalde wurde 1974 aufgeschlossen und lieferte zwei Jahre später erstmals Braunkohle. Das Hauptgewinnungsgerät ist die Abraumförderbrücke vom Typ F 60. Jährlich werden im Tgb. Jänschwalde acht bis zehn Millionen Tonnen Braunkohle zum Kraftwerk Jänschwalde gefördert. Die weitere Versorgung des Kraftwerksstandorts Jänschwalde wird durch die weiter südlich gelegenen LEAG- Tagebaue (Lausitz Energie Bergbau AG/Kraftwerk AG) sichergestellt.
Gegen 12:00 Uhr nahmen wir in der Werkskantine unser Mittagessen ein. Anschließend fuhren wir in den Spreewald. Dort machten wir eine vierstündige Kahnfahrt, unterbrochen durch eine Pause mit Kaffee und "Spreewälder Plinse".
Gegen 19:00 Uhr zurück im Hotel klang der Abend bei guten Gesprächen über den vergangenen Tag in gemütlicher Runde aus.
Am dritten Tag fuhren wir nach dem gemeinsamen Frühstück zum "Sächsischen Industriemuseum" Energiefabrik Knappenrode. In zwei Gruppen aufgeteilt erhielten wir eine interessante und sehenswerte Führung in der alten Brikettfabrik. Von 1918 bis zur Stilllegung 1993 wurden in der Brikettfabrik Werminghoff (später: Knappenrode) Briketts aus Rohbraunkohle produziert. Bis 1946 galt die Fabrik als modernste Brikettfabrik Deutschlands.
Von dort aus ging es zum Findlingspark Nochten. Hier bekamen wir bei einer sehr guten geführten Tour den Findlingspark erklärt. Hier erhielten wir viele Informationen über die Geologie und Herkunft der Findlinge und auch für die Gartenbauinteressierten unter uns gab es viele interessante Tipps. Die Idee des Findlingsparks stammt von Dr. Hans Ulbrich (ehemaliger leitender Geologe des Energiekonzerns Vattenfall). Bei der Umsetzung des Findlingsparks war Hr. Siegfried Körber, ehemaliger Leiter der Tagebaue bei der ehemaligen Laubag, maßgeblich beteiligt. Das Besondere an dieser einzigartigen Parklandschaft sind die 7000 skandinavischen Findlinge, die in sieben malerisch angelegten Gartenwelten angelegt sind.

Nach diesem interessanten und informativen Tag trafen wir uns zum gemeinsamen Abendessen bei schönem Ambiente im Festsaal des Radisson Blu. Als Gäste des Abends waren Astrid Hobracht und Peter Hobracht eingeladen.
Am Samstag, 16.06. nach dem letzten gemeinsamen Frühstück, traten wir die Heimreise an. Während der gesamten Reise hatten wir schönes Wetter und auch die Stimmung innerhalb unserer Gruppe war sehr gut. Die gesamte Fahrt war sehr informativ und für die Organisation und Vorbereitung bedanken wir uns an dieser Stelle ganz herzlich bei Wolfgang Engels und Klaus- Jürgen Becker.