Unsere Bezirksgruppe besuchte die Freunde und Kollegen der Bezirksgruppe Mitteldeutsche Braunkohle vom 10.07. bis zum 13.07.2024

Anbei der Reisebericht den Tine Quast für uns verfasst hat:  

Die RDB-Busfahrt nach Leipzig, die im Wechsel von Regenschauern und bis zu schwülen 30 Grad begleitet wurde, startete im strömenden Regen am 10. Juli gegen 6Uhr ab Tagebau Hambach. Dies beeinträchtigte jedoch weder das gut organisierte breitgefächerte Programm noch die gute Stimmung der Teilnehmenden. Das erste Augenmerk vor der Ankunft gegen 15Uhr im Best Western Hotel Leipzig galt dem imponierenden Völkerschlachtdenkmal, das durch seine hervorstechende Präsenz trotz der Hitze zu einem Gruppenfoto einlud.

 

Schon am ersten Abend trafen sich der größte Teil der Gruppe gegen 18:30 Uhr zum gemeinsamen Essen im Ristorante / Pizzeria „Brauerei an der Thomaskirche“. Die entspannte Atmosphäre und gesellige Runde diente den Kollegen zum regen Austausch und führte zu manchen Anekdoten aus vergangenen Zeiten.

 

Der erste gut geplante Bildungstag zeigte bei der Durchfahrt durch das Südrevier des mitteldeutschen Braunkohlenabbaugebietes sehr anschaulich und beeindruckend Zukunftsvisionen auf, besonders durch den Blick auf die Bergbaufolgelandschaft Zwenkau, die für die kommenden Generationen im Hambacher Revier realisiert werden könnten. Sehr interessant war hier die Erwähnung und Darstellung der Hochwasserentlastungsanlage, die die Gegend schon im gleichen Jahr der Erbauung 2013 vor Überschwemmungen bewahrt hat. Kamerad Dr. Michael Struzina von der Mibrag und der Planungsleiter der Planungsstelle Westsachsen Prof. Dr. Berkner, die die ganze Fahrt begleiteten, gaben auch hierzu viele fachlichen Erläuterungen. Besichtigt wurde auch das Kraftwerk Lippendorf und der Tagebau Schleenhain. Hervorzuheben wäre die besonders emotionale „Geschichte“ der Emmauskirche, die 2007 in Borna ihre neue Heimat fand. Sie steht stellvertretend für 66 Orte, die im letzten Jahrhundert dem Braunkohleabbau zum Opfer gefallen sind.

 

Die Emmauskirche wurde seinerzeit in einem spektakulären Transport aus dem Abbaugebiet mit einem speziellen Transporter der Firma Mammut zu ihrem heutigen Standort als komplettes Gebäude umgesetzt. Hierbei mussten Straßen und eine Eisenbahnlinie gequert werden. Reste der Transportvorrichtung sind unter der Kirche verblieben und heute noch als Anschauungsstück sichtbar.

 

Am Nachmittag wurde in Meuselwitz zur Fahrt mit der Kohlebahn eingeladen. Zuvor gab es eine Führung durch den Lokschuppen und auch die Außenanlage konnte besichtigt werden. Die Fahrstrecke führte dann durch das reizvolle Schnaudertal bis Regis-Breitingen. Während der Fahrt machte der Zug in der Westernstadt Haselbach Halt. Dort wurden selbstgewählte Menüs in einem Saloon eingenommen.

 

Nach diesem bergbaulichen Hauptprogramm stand der Abend zur freien Verfügung.

 

Am Folgetag ging es nach Machern zu einer aufschlussreichen Führung durch den ehemaligen Stasibunker. Dieser bot einen tiefgreifenden Einblick in die damalige Zeit vor der Wende. Auch die Bahnhofsführung im Hauptbahnhof Leipzig am Nachmittag gab interessante Informationen der Entstehungsgeschichte preis. Spannend zu sehen war auch die Verwirklichung des integrierten Einkaufszentrums, um die Kosten des alten Bauwerks zu stemmen.

 

Der letzte gemeinsame Abend im Auerbachs Keller, der mit Impressionen und Darstellungen von Goethes „Faust“ gefüllt war, rundete durch ein reichhaltiges und schmackhaftes Buffet den Betriebserfahrungsaustausch ab. Schon Goethe hat seine Speisen in diesem eindrucksvollen Gewölbekeller genossen.

 

Abschließend bleibt auch die gute Versorgung während der Busfahrt zu erwähnen. Der Dank geht an die Planer der Fahrt und an den Busfahrer, der alle wohlbehalten am Samstagnachmittag im Hambacher Revier zurückgebracht hat.

 

Unsere Reisegruppe vor dem Völkerschlachtdenkmal